Wetterkapriolen im Neuen Theater

Nordwestdeutsche Philharmonie ließ die Elemente toben und brachte 1.000 Schüler auf die Beine

Ein ungewöhnliches Instrument: Das Marimbaphon kam bei einem Debussy-Stück, gespielt von Aron Leijendeckers, zum Einsatz.

Ein ungewöhnliches Instrument: Das Marimbaphon kam bei einem Debussy-Stück, gespielt von Aron Leijendeckers, zum Einsatz. | © FOTO: KLAUS FRENSING

Espelkamp. Strahlende Gesichter überall – toll, super! Die Viertklässler der Ernst-Moritz-Arndt-Schule waren ganz aus dem Häuschen und übertrafen sich in ihren Superlativen. Das Konzert für Kinder der Nordwestdeutschen Philharmonie (NWD) im Espelkamper Neuen Theater hat sie schwer beeindruckt und jede Menge Spaß bereitet.

„Am besten war, als es unheimlich wurde, als wir alle mitsingen durften“, waren sie sich einig. „Dafür haben wir aber auch richtig geübt“, fügte Schulleiterin Jaqueline Lauf lächelnd hinzu.

Denn so ein Konzert für Kinder bietet mehr als reines Hörvergnügen. „Diese Konzerte sind als Bestandteil des Unterrichts konzipiert. Es wird deshalb angestrebt, dass die Kinder durch ihre Lehrerinnen und Lehrer auf das Konzert vorbereitet werden und das Erlebte im Anschluss noch einmal thematisieren“, sagt Orchestergeschäftsführer Christian Becker. Dazu gibt die NWD umfassendes Lehrermaterial heraus und bietet Einführungsveranstaltungen an.

In Espelkamp ist das Konzert für Kinder bereits eine gute Tradition und erfreut sich bei den Grundschulen großer Beliebtheit.

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Der Einladung des Volksbildungswerkes zu den beiden Aufführungen am Dienstagmorgen waren mehr als 1.000 Dritt- und Viertklässler aus dem gesamten Altkreis gefolgt.

Das Thema der äußerst unterhaltsamen wie lehrreichen Musikstunde lautete in diesem Jahr „Heiter bis wolkig – musikalische Wetterkapriolen …!“

Doch bevor die Sonne am Horizont aufging, Regen herunter prasselte, Schneeflocken wirbelten, Sturm und Gewitter mit Blitz und Donner durch die Zuschauerreihen fegten – im musikalischen Sinne natürlich – dankten Inge Sussiek und Ernst Becker vom Volksbildungswerk den beiden Vertretern der IGEU (Interessengemeinschaft Espelkamper Unternehmer), den Geschäftsführern der Firma Plümat Sven David Plate und Frank Lübeck, für die finanzielle Unterstützung.

Dann ergriff Moderatorin Susanne Adam das Wort, führte als „Wetterfee“ durch das abwechslungsreiche Programm, erläuterte die einzelnen Musikwerke, gab zusammen mit den Musizierenden ein Stück Instrumentenkunde und animierte das junge Publikum zum Mitmachen.

„Wenn ich meine Hand hebe, trampelt Ihr mit Euren Füßen“, forderte sie die Kinder auf und schon donnerte es im ganzen Saal.

Das Thema Wetter bietet nicht nur im Alltag reichlich Gesprächsstoff, die verschiedenen Wettererscheinungen haben auch Komponisten immer wieder inspiriert, diese in ihren Werken zu imitieren und programmatisch umzusetzen.
So ließ das Orchester unter der Leitung von Anja Bihlmaier mit Edvard Griegs „Morgenstimmung“ die Sonne aufgehen. Kinder der 4c der Mittwald-Schule tanzten dazu.

Und kann Regen schöner prasseln als mit Leroy Andersons „Pling, Plang Plung“? Ein Stück, bei dem die Streicher ihre Instrumente zupfen. Bei Claude Debussys „Tanz der Schneeflocken“ rückt mit dem Marimbaphon meisterhaft gespielt von Aron Leijendeckers, ein Instrument in der Vordergrund, das nicht unbedingt zur Ausstattung eines Orchesters gehört.

Physisch erlebten die Kinder Ludwig van Beethovens „Sturm und Gewitter“.

Auf der Bühne ließ das Orchester die Elemente toben, in den Zuschauerreihen das Publikum mit Händereiben, Fingerschnippen und Füßetrampeln.

Mit der rasanten Polka von Johann Strauss (Sohn) „Unter Blitz und Donner“ entließen die Musiker die Kinder in den ostwestfälischen Nieselregen. An diesem Morgen konnte das Wetter aber niemandem mehr die gute Laune verderben.