BOP ist ein Erfolgsmodell

16 Unternehmen informieren im Berufsorientierungsparcours über 24 Berufe

Espelkamp. Schrauben drehen, designen, Elektro-Schaltungen und –Verbindungen erstellen, Interviews führen, Teemischungen bestimmen und sogar Rollstuhl schieben oder auf Krücken laufen – das sind nur einige der vielfältigen Arbeitsproben, die Jugendlichen auf dem Berufsorientierungsparcours ausprobieren können.

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Artikel aus der ‚Neue Westfälische‘ vom 6. Mai 2015

16 Unternehmen, 24 Berufe vom Altenpfleger bis zum Zerspannungsmechaniker, 32 Stationen und 412 Schüler – das sind die nackten Zahlen des zwölften Berufsorientierungsparcours (BOP) im Espelkamper Bürgerhaus. Ein Erfolgsmodell, wie Bürgermeister Heinrich Vieker betont, dass den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bietet, sich über die vielfältigen Ausbildungsberufe zu informieren, praktisch zu testen und so in die Arbeitswelt zu schnuppern. „Etwa 90 Prozent aller Jugendlichen wissen nicht welche Ausbildungsberufe es gibt, bei welchen Firmen sie sich bewerben können oder was in den verschiedenen Branchen verlangt wird“, weiß Valeria Casselmann vom Technikzentrum. „Die Jugendlichen brauchen Unterstützung um ihren Weg zu finden“, sagt sie.
Der BOP biete den Schülerinnen und Schülern eine interessante Auswahl an verschiedenen Berufen. Und nicht zuletzt wurde auf so manchem Berufsparcours schon der erste Kontakt für einen Ausbildungsplatz geknüpft.

„Der Vorteil der BOP ist, dass man ganz verschiedene Bereiche kennenlernen und ausprobieren kann“, sagt Sina Reimers vom Mittwald CM Service, dem aktuellen Kooperationspartner der Berufsorientierungswoche (BOW), die am Donnerstag mit der Berufsausbildungsmesse (BAM) fortgeführt wird.
Gerade der Praxisbezug sei ein großer Vorteil der BOP, unterstreicht Valeria Casselmann. Das sieht Thomas Vogt, Berufswahlkoordinator am Söderblom-Gymnasium, genauso: „Die Schüler können ganz unterschiedliche praktische Tätigkeiten ausprobieren. Der BOP ist eine tolle Gelegenheit, einmal in die Arbeitswelt hinein zu schnuppern und so eine erste Orientierung für das Praktikum in Klasse 10 zu bekommen.“

135 Minuten hatten die Jugendlichen Zeit die Stationen ihrer Wahl zu durchlaufen. „Wir haben rund zehn Minuten pro Werkplatz eingeplant, dann sollen sie selbstständig zu einer neuen Station wechseln“, erläutert Valeria Casselmann.
Die verschiedenen Übungen waren von Auszubildenden der beteiligen Unternehmen erarbeitet worden und wurden auch von ihnen betreut. Dafür bekamen sie ein großes Kompliment von Thomas Vogt. „Die Schüler haben wirklich viel Spaß am ausprobieren.“
„Wir wollen die jungen Menschen für Technik begeistern“, freut sich Nico Gottlieb von der Firma HARTING, die unter anderem den neuen Ausbildungsberuf Werkstoffprüfer präsentierte.

INFO

Effizientes System

Der Arbeitgeberverband Minden-Lübbecke sowie Metall Nordrhein-Westfalen und die Interessengemeinschaft Espelkamper Unternehmen (IGEU) engagieren sich gemeinsam mit der euwatecGmbH Löhne und dem Technikzentrum Minden-Lübbecke, um dieses effiziente System der BOP in dieser Region mit vielen Unternehmen und vielen Jugendlichen durchzuführen.
Das Technikzentrum organisiert die Veranstaltung, das neben diesem Termin bundesweit jährlich das selbst entwickelte System 200-mal mit rund 50.000 Jugendlichen und 3.800 Unternehmen durchführt.
Im Agenturbezirk der Arbeitsagentur Herford (umfassen die Kreise Minden-Lübbecke und Herford) wurden im vergangenen Jahr insgesamt zwölf Berufsparcours mit rund 3.800 Jugendlichen durchgeführt. Der jetzige BOP ist der zwölfte Parcours in dieser Reihe.